Bremsanlage

Wie funktioniert das Bremssystem beim Auto?

Durch das Drücken des Bremspedals werden die hydraulischen Kräfte im Hauptzylinder ausgelöst. Die Bremsflüssigkeit die sich in dem Hauptbremszylinder befindet, wird in die Bremskolben gedrückt. Diese Kolben drücken die Bremsbeläge auf die Bremsscheiben (bei der Scheibenbremse).

Der Bremskraftverstärker dient zur hohen Druckerzeugung, er vervielfacht die Kraft, die auf das Pedal wirkt.

Welches Bremssystem hat mein Auto?

3 mögliche Vorgehensweisen:

  • Hauptbremszylinder lokalisieren und dessen Aufschrift/Marke identifizieren (ATE, Lucas, Girling, Bosch, Brembo …)
  • Vorderrad abnehmen und Aufschrift/Marke auf Bremssattel identifizieren (ATE, Lucas, Girling, Bosch, Brembo …)
  • Über die FIN/VIN (Fahrzeugidentifizierungsnummer)

Welche Bremsanlagen gibt es?

  • Bremssystem für Pkws (zwei voneinander unabhängige Bremssysteme meist bestehend aus Scheibenbremse und Trommelbremse)
  • Bremsanlage für Anhänger: Auflaufbremse
  • Druckluftbremse beim Lkw und Omnibusse: die Bremsflüssigkeit wird durch Druckluft ersetzt

Bei Ersatzteilen für eine Pkw-Bremsanlage sind qualitativ hochwertige Produkte sehr zu empfehlen.

Im Test überzeugen seit Jahren Artikel der folgenden Hersteller:

  • ATE
  • Brembo
  • Bosch
  • Bestprice

Was ist eine Bremsanlage mit Rekuperationssystem?

Rekuperationssystem bedeutet hauptsächlich, dass die Energie, die beim Bremsvorgang in Form von Wärme freigesetzt wird, an anderer Stelle im Fahrzeug wieder genutzt wird. Bei den modernen Fahrzeugen wird die Energie z.B. an die Starterbatterie weitergegeben.

Warum muss man die Bremsanlage entlüften?

Eine Bremsanlage beruht auf dem hydraulischen Prinzip.

Das bedeutet, dass die Kräfte über eine Flüssigkeit (Bremsflüssigkeit) übertragen werden.

Flüssigkeiten sind im Gegensatz zu Gasen (z. B. Luft) nicht komprimierbar

Wenn sich also Luft im Bremssystem befindet, können diese Kräfte nicht mehr übertragen werden, das Bremspedal fällt ins Leere und die Bremswirkung bleibt aus.

Wie kann ich die Bremsanlage selbst entlüften?

Vor dem Eingriff:

Diesen Eingriff unbedingt zu zweit durchführen.

Was brauche ich?

Schritt-für-Schritt Anleitung zum Entlüften des Bremssystems:

  1. Material und Werkzeug bereitstellen
  2. Wagen mit abgenommenen Rädern stabil anheben/ aufbocken, sodass ein Helfer am Steuer sitzen und später das Bremspedal betätigen kann
  3. Entlüftungsventil öffnen (Vorsicht: Verrostete Entlüfternippel reißen leicht ab!) während der Helfer das Bremspedal langsam herunterdrückt und in dieser Stellung hält (Hinweis:Bremspedal nie vollständig durchtreten, da die Gummidichtung im Zylinder kann beschädigt werden kann!)
  4. Schlauch auf das Entlüftungsventil stecken
  5. Alte Bremsflüssigkeit über den Schlauch in das bereitgestellte Gefäß fließen lassen
  6. Diesen Vorgang bei allen Rädern so lange wiederholen, bis die Bremsanlage leer ist
  7. Frische Bremsflüssigkeit in den Vorratsbehälter einfüllen
  8. Der Helfer am Bremspedal pumpt danach so lange weiter, bis er wieder einen gewissen Bremsdruck im Pedal spürt, und hält dann mit dem Fuß das Pedal durchgedrückt
  9. Entlüftungsventil an dem Rad öffnen, das am weitesten entfernt ist – etwas Flüssigkeit läuft hinaus, während das Bremspedal in Richtung Bodenblech fällt, weil der Druck aus dem System entweicht. Auch hier ist es wichtig, einen klaren Ablaufschlauch auf das Entlüftungsventil zu stecken, mit dem die Flüssigkeit in einem Behälter aufgefangen wird.
  10. Ist das Pedal fest am Bodenblech, wird das Entlüftungsventil geschlossen und das Pedal wird so lange gepumpt, bis ein guter Pedaldruck erreicht ist
  11. Entlüftungsventil öffnen, sodass Bremsflüssigkeit austritt
  12. Diesen Vorgang an jedem Bremszylinder so lange wiederholen, bis nur noch klare Bremsflüssigkeit ohne Luftblasen austritt
  13. Regelmäßig Flüssigkeitsstand im Ausgleichbehälter überprüfen und gegebenenfalls auffüllen, da sonst wieder Luft ins System kommt!

Hinweis:

Zu bedenken ist, dass das völlige Durchtreten des Pedals den Kolben im Hauptbremszylinder bis an den Anschlag bewegt, wo er üblicherweise kaum hinkommt und wo daher mit Ablagerungen zu rechnen ist.

Diese können den Dichtring beschädigen und somit zur Beschädigung und sogar zum Totalausfall des Hauptbremszylinders führen.

Grundsätzlich gilt: Bei Fahrzeugen mit ABS System ist großes Fachwissen und spezielles Werkzeug erforderlich. Wir raten an dieser Stelle eine Fachwerkstatt aufzusuchen.

Wir weisen darauf hin, nur bei fundiertem Fachwissen selbst eine Entlüftung vorzunehmen. Bei geringstem Zweifel diese Arbeit unbedingt Fachleuten überlassen!

Ein Fehler an der Bremsanlage kann schnell einen gravierenden Unfall auslösen.

Der Profi-Tipp von Schrauber Hans: Muss man die Bremsflüssigkeit wechseln?

"Bei Bergabfahrten oder häufigem Bremsen entsteht beim Bremsvorgang sehr große Wärme. Diese Wärme führt zur Erhitzung der Bremsflüssigkeit. Dadurch entstehen Luftblasen oder Flüssigkeitsverlust im System. Dies führt in den meisten Fällen zum Ausfall oder Minderleistung des Systems.

Zusätzlich sollten Autos, für die DOT 3 vorgeschrieben ist, nicht mit DOT 4 befüllt werden, da die Gummidichtungen aufquellen können und Bremsflüssigkeit austreten kann.

DOT 5.1 eignet sich für die meisten Fahrzeuge."

Kann ich meine Bremsanlage umbauen?

Ja, ein Umbau auf ein anderes Bremssystem ist möglich.

Es gilt aber folgende Punkte zu beachten:

  • Ist die Zulässigkeit am Fahrzeug vorhanden?
  • Möglicherweise sind neue Rad-Reifenkombinationen nötig
  • Eintragung beim TÜV/ Überwachungsorganisationen vornehmen
  • Meldung an den Versicherer machen

So funktioniert’s:

  1. Fahrzeug komplett aufbocken
  2. Räder abnehmen
  3. Alte Bremsanlage ausbauen
  4. Neue Bremsanlage einbauen
  5. Probefahrt durchführen und Bremsfunktion prüfen
  6. Eintrag beim TÜV/Überwachungsorganisation vornehmen

Wann ist die Bremsanlage defekt?

8 eindeutige Anzeichen:

  • Warnleuchte im Cockpit leuchtet
  • FIS (Fahrerinformationssystem) leuchtet
  • Ungewöhnliche Geräusche beim Abbremsen
  • Fahrzeug zieht beim Bremsen in eine Richtung
  • Bremspedal lässt sich ohne Bremswirkung durchdrücken
  • Bremsflüssigkeit tritt aus
  • Abgenutzte Bremsbeläge
  • Druckwarneinrichtung der Bremsanlage springt an

Wie kann ich die Bremsanlage auf einen Defekt überprüfen?

Fahrt über einen Prüfstand (Werkstatt oder Prüforganisation)

Optische Kontrolle der Bauteile:

  • Belagstärke der Bremsbeläge
  • Flüssigkeitsstand im Bremsflüssigkeitsbehälter

Probefahrt durchführen und auf Anzeichen für einen Defekt achten

Auslesen des Fehlerspeichers

[toggle]