ABS-Sensoren / -Sensorringe

Das Antiblockiersystem (ABS) gilt heute als selbstverständlicher Bestandteil der Fahrzeugsicherheit. Besonders auf nassen oder rutschigen Straßen spielt es seine Stärken aus und kann Unfälle verhindern. Zudem übernehmen die zugehörigen ABS-Sensoren und ABS-Sensorringe wichtige Funktionen für andere Sicherheitssysteme, wie ESP und ASR. Defekte Teile zur Messung der Raddrehzahl sollten Sie deswegen möglichst bald austauschen.

Warum ist ABS eine zentrale Sicherheitsfunktion Ihres Fahrzeugs?

ABS ist heute ein unverzichtbares System, um größtmögliche Sicherheit im Auto zu gewährleisten. Diese Systeme können als Bestandteil der Bremsanlage die Bremswege deutlich reduzieren, indem sie das Blockieren von Rädern verhindern. Das kann gerade unter ungünstigen Straßenverhältnissen wie etwa auf feuchtem Kopfsteinpflaster, auf Ölspuren, Sand oder nassem Laub leicht passieren. Physikalisch gesehen ist das Blockieren der Räder beim Bremsen der Übergang von Haft- zu Gleitreibung. Auf guten Straßen können die Reifen rollen und sind durch Haftreibung mit der Straße verbunden. Dadurch können sie auch hohe Bremskräfte zur Verzögerung auf die Straße aufbringen, ohne die Haftung zu verlieren. Bei plötzlichem Blockieren der Räder geht das Fahren abrupt in die Gleitreibung über. Dadurch kann das Auto nur noch wenig Bremskraft auf die Straße übertragen. Zudem lässt sich das rutschende Auto nicht mehr steuern, weshalb der Fahrer den Hindernissen nicht mehr durch Lenkung ausweichen kann. Am wirksamsten ist die Bremsung im Übergangsbereich zwischen Haft- und Gleitreibung. Das ABS-System soll bei durchgetretenem Bremspedal die Raddrehzahl so steuern, dass sie sich nahe am Optimum befindet.

Das ABS arbeitet bei modernen Fahrzeugen eng mit dem ESP zusammen (Kurzform für elektronisches Stabilitätsprogramm). Beim ESP wird ein ausbrechendes Fahrzeug wieder in die Spur gebracht, indem gezielt einzelne Räder gebremst werden. Das kann natürlich nur funktionieren, wenn die Raddrehzahl jedes einzelnen Rades bekannt ist und sich die Bremskraft der Räder einzeln steuern lässt. Von daher setzt das ESP ein ABS zwingend voraus.

Auch die ASR (Antischlupfregelung) erfordert ein im Fahrzeug vorhandenes ABS. Bei dieser Technik wertet die Elektronik die Raddrehzahlen beim Beschleunigen aus. Drehen die Antriebsräder wegen eines Mangels an Traktion durch, wird die ASR dort die Antriebskraft zurücknehmen. Mögliche Defekte im ABS haben also gravierende Auswirkungen, die sogar über die wichtige Bremsfunktion hinausreichen.

Wie funktioniert ein ABS-Sensor?

An jedem Rad befindet sich im Kfz ein ABS-Sensor, der ständig die Raddrehzahl misst. Die Raddrehzahlen werden an das Steuergerät gesendet. Das vergleicht die Umdrehungen der Räder. Wenn eines plötzlich langsamer wird als die anderen, nimmt die Steuerung den Bremsdruck zurück, bis die Raddrehzahl wieder so ist wie bei den anderen Rädern. Heutige ABS-Anlagen von Bremsen in Kfz sind vierkanalig ausgelegt. Es lassen sich also alle vier Räder einzeln überwachen. Frühere ABS-Anlagen waren dreikanalig: Die Hinterachse wurde als Ganzes mit einem Sensor überwacht und geregelt.

Die ABS-Messsysteme bestehen aus zwei Komponenten: dem ABS-Sensorring als Impulsgeber und dem ABS-Sensor als Messwertaufnehmer. Der Sensorring ist auf der Antriebswelle nah am Rad angebracht und dreht sich während der Fahrt mit. Er wird nah am ABS-Sensor vorbeigeführt. Der Ring hat die Form eines Zahnrades. Durch den Wechsel von Zahn und Zahnlücke ändert sich jeweils das vom Sensor gemessene Magnetfeld. Der Sensor liefert als Messergebnis eine Wechselspannung, aus deren Frequenz (Einheit Hertz) die Steuerelektronik die gegenwärtige Geschwindigkeit auswerten kann.

Zum ABS-System gehört auch ein hydraulischer Teil, der für die Bremskraftregelung zuständig ist. Typischerweise sind pro Rad zwei magnetisch gesteuerte Ventile in der Bremsleitung vorhanden, die je nach Öffnungszustand den Bremsdruck vom niedergetretenen Bremspedal durchleiten oder abschwächen.

Wie prüft man einen ABS-Sensor?

Wenn ein Fehler an einem ABS-System vorliegt, wird man normalerweise durch ein aufleuchtendes Lämpchen im Armaturenbrett zuerst davon erfahren. Was für eine Art von Defekt vorliegt, wird möglicherweise die Anzeige des Diagnosegerätes näher spezifizieren. Das würde zum Beispiel anzeigen, wenn der Drehzahlsensor die eigentliche Ursache für den ABS-Ausfall darstellt. Vielleicht möchten Sie das Problem zunächst selber untersuchen und haben kein Diagnosegerät zur Hand. Oder es hat keinen klaren Befund geliefert. In dem Fall sollten Sie das Auto aufbocken und sich die Sache aus der Nähe ansehen. Oft ist die Ursache des Problems schon per Augenschein gut zu erkennen. Ein relativ häufiger Defekt ist ein zersprungener oder anderweitig beschädigter ABS-Sensorring. In diesem Fall müssen Sie den Sensorring austauschen. Auch mechanisch beschädigte Sensoren können Ursache für eine Funktionsstörung sein. Manchmal sind Sensoren auch einfach nur so verschmutzt, dass das System nicht mehr korrekt arbeiten kann. Dann genügt schon ein feuchter Lappen, um das Problem zu beheben.

Sieht bei ABS-Sensor und -Sensorring optisch alles makellos aus, wird vermutlich ein elektrischer Defekt am ABS-Sensor vorliegen. Der kann sowohl den Sensor selbst betreffen als auch eine der Kabelführungen. Eine mögliche Ursache ist ein lockerer oder defekter Steckverbinder, denn die Verbinder sind eine natürliche Schwachstelle von Kabelsträngen. Einem Fehler im Kabel oder fehlenden Spannungen können Sie mit einem Multimeter nachspüren, wofür naturgemäß Kenntnisse der Fahrzeugelektrik erforderlich sind. Hat der Sensor keine Spannung mehr, ist entweder der Sensor selbst defekt oder seine Stromzuführung.

Haben Sie den Fehler gefunden, können Sie die Arbeit selbst in die Hand nehmen oder zumindest die Kosten einer Reparatur einschätzen. ABS-Sensoren und -Sensorringe sind keine sehr kostspieligen Ersatzteile, besonders nicht die von namhaften Herstellern produzierten Ersatzteile von ATP Autoteile.

Wie anspruchsvoll ist der Austausch eines ABS-Sensorrings?

Der Austausch von Teilen eines ABS-Systems zählt zu den sicherheitskritischen Reparaturarbeiten. Immerhin geht es dabei um die Funktionstüchtigkeit der Bremsen. Deswegen sollten Sie bei handwerklichen Arbeiten rund um das Auto schon recht sicher und erfahren sein, um eine solche Aufgabe anzugehen. Diese spezielle Reparatur erfordert genaues Arbeiten, damit das System nach dem Einbau funktioniert. Falls Sie sich nicht ganz sicher sind, können Sie das Ersatzteil von ATP Autoteile auch zusammen mit einem Reparaturauftrag in eine Werkstatt geben.

Nach der Demontage der Achswelle lässt sich ein defekter Sensorring oft leicht entfernen, sonst hilft man mit einem Kunststoffhammer vorsichtig nach. Danach wird die Montagestelle entrostet – aber auf vorsichtige Art und Weise: Denn Sie dürfen dabei kein Material abtragen, da die Sensorringe Präzisionsteile sind, die den richtigen Durchmesser erfordern, um sicher zu halten. Die Montage des neuen Teils erfolgt mittels Aufschrumpfen. Dafür benötigen Sie eine elektrische Herdplatte, einen gasbetriebenen Brenner oder eine andere Wärmequelle. Damit erhitzen Sie den Sensorring. Dann nehmen Sie den Sensorring mit einer Zange auf und setzen ihn auf seinen Einbauplatz. Nach dem Einsetzen können Sie mit Kunststoffhammer noch kurzzeitig Lagekorrekturen vornehmen. Für einen versierten Kfz-Mechaniker ist der Einbau nicht besonders schwierig.

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