Trommelbremse

Trommelbremsen bewähren sich als zuverlässige und kostengünstige Bremsen bei Klein- und Kompaktwagen, obwohl diese Bremse bei vielen Autos von der Scheibenbremse abgelöst wurde. Auch bei Land- und Baufahrzeugen schätzt man ihre robuste und schmutzunempfindliche Bauweise. Außerdem zeichnen sich die Bremsbacken durch ihre lange Lebensdauer aus; ihr Austausch durch Komplettsätze ist für versierte Schrauber nicht wirklich schwierig.

Was ist eine Trommelbremse? Und wie funktioniert sie?

Trommelbremsen sind im Rad eingebaute Bremsen, bei denen die beiden Bremsbacken von innen gegen die runde Bremstrommel gepresst werden. Die Bremstrommel dreht sich mit dem Rad im Innenumfang der Konstruktion; die Bremsbacken dagegen sind fest im Inneren montiert. Die starke Reibung beim Anpressen lässt das Auto bremsen. Die andere in Autos verbreitete Bauart sind die Scheibenbremsen; bei ihnen rotiert die Bremsscheibe mit dem Rad, und zum Bremsen werden Bremszylinder hydraulisch gegen die Bremsscheibe gepresst. Welche Vor- und Nachteile beide Bauweisen haben, klären wir hier.

Die Trommelbremse ist die ältere Bauart: Sie wurde erstmals 1900 in einen Sportwagen von Mercedes eingebaut. Die geschlossene Bauweise schützt die Bremse gut gegen das Eindringen von Schmutz. Die meisten Traktoren, Baumaschinen und Geländeautos werden daher mit dieser Bremse ausgerüstet. Wegen der geschlossenen Bauweise kann sich auch Bremsabrieb auf den Felgen absetzen, wie es bei Scheibenbremsen oft vorkommt. Viele Trommelbremsen werden rein mechanisch betätigt und benötigen deshalb keine Bremsflüssigkeit. Außerdem müssen Bremsbacken der Trommelbremse seltener gewechselt werden als die Bremsbeläge von Scheibenbremsen; die Bremsfläche ist bei der auf Trommeln basierenden Bremse wesentlich größer. Selbst heutzutage wird die Trommelbremse bei vielen Pkw als Feststellbremse genutzt.

Es hat aber gute Gründe, warum die Scheibenbremse bei vielen Autos die Trommelbremse ersetzt hat: Besonders die stärkere Bremswirkung bei gleichem Gewicht ist hier ausschlaggebend. Darum haben moderne, leistungsstarke Pkw in der Regel nur noch Scheibenbremsen. Bei schweren Lkw spielt das Gewicht dafür kaum eine Rolle; sie werden weiterhin mit langlebigen Trommelbremsen ausgestattet. Das gilt auch für Anhänger, bei denen geringere Kosten eine wichtige Rolle spielen. Auch bei Klein- und Kompaktwagen werden die Trommelbremsen noch oft an der Hinterachse eingebaut.

Die geschlossene Bauweise lässt die Trommelbremsen allerdings nicht so leicht abkühlen wie die Scheibenbremsen. Bei hoher Belastung neigt diese Bremse deswegen stärker zu nachlassender Leistung, auch bekannt als „Fading“. Das macht sich zum Beispiel bei Passabfahrten unangenehm bemerkbar.

Die heutigen Trommelbremsen sind grundsätzlich in der Bauart „Simplexbremse“ erhältlich. Bei diesem Bremstyp sind beide Bremsbacken unten gelagert. Die in Fahrtrichtung sitzende Backe, auch bekannt als „auflaufende“ Bremsbacke, hat eine stärke Bremswirkung als die hintere „nachlaufende“ Backe. Denn bei der vorderen Bremsbacke fährt die Bremstrommel, welche sich dreht, erst über den Druckmechanismus und dann in die angepresste Bremsbacke; dadurch wird eine Art Keilwirkung erzielt. Die Bremswirkung ist bei Vorwärts- und Rückwärtsfahrt gleich, da beide Seiten mit Keilwirkung ausgestattet sind. Daneben gibt es noch die Duplexbremse; die hat vorne und hinten je einen eigenen Betätigungsmechanismus. Diese Trommelbremse erzielt etwa 50 Prozent mehr Bremswirkung, ist aber aufwendiger im Aufbau. Genau das wurde ihr zum Verhängnis, weshalb die Scheibenbremse die Duplexbremse vom Markt verdrängte. Interessiert an einem Ausstellungsstück? Falls ja, sollten Sie am besten ein Oldtimertreffen mit Motorrädern der 60er- und frühen 70er-Jahre besuchen. Auch der Trabant 601 wurde mit einer Duplexbremse ausgestattet; das DDR-Museum in Berlin bietet sogar eine eigene Fahrsimulation für den beliebten Trabi.

Was sind Bremsbacken?

Bremsbacken sind in der Trommelbremse das Gegenstück zur Trommel: Sie werden von innen gegen die Trommel gepresst, wodurch Reibung entsteht, die das Auto verzögert. Jede Trommelbremse hat zwei Backen. Bremsbacken haben keinen zusätzlichen Bremsbelag, sie sind selbst die Träger des eingebauten Reibmaterials. Beim Bremsen wird der integrierte Reibbelag langsam abgetragen. Ein automatischer Nachstellmechanismus gleicht das aus, solange Reibmaterial vorhanden ist. Ist das komplett abgeschliffen, müssen Sie die Backe austauschen. ATP Autoteile kann Ihnen hierfür geeignete Komplettsätze liefern.

Wie werden Bremsbacken gemessen?

Wenn die Trommelbremse im Hinterrad oder die Feststellbremse keine Wirkung mehr zeigt, sollten Sie dringend die Bremsbacken durch Komplettsätze austauschen. Idealerweise vermisst man rechtzeitig die Backe und tauscht sie bedarfsgerecht aus. Gemessen wird nicht die Bremsbacke direkt, sondern der Innendurchmesser, also der Abstand zwischen dem unteren Rand der Bremsbacke und der Mitte des Rades. Wie groß der Innendurchmesser maximal sein darf, sollte auf der Bremstrommel stehen. Ist dieser Durchmesser fast erreicht oder sogar überschritten, wird ein neuer Komplettsatz mit Bremsbacken fällig.

Wann die Verschleißgrenze erreicht ist, hängt von der Fahrweise ab: Viele Bremsungen bedeuten viel Verschleiß. Bei sportlicher Fahrweise mit häufig scharf angebremsten Kurven kann der nächste Komplettsatz mit Bremsbacken schon nach 40.000 oder 50.000 km anstehen. Wer dagegen das Auto gerne ausrollen lässt und eher sanft bremst, kann mit einem Komplettsatz deutlich über 100.000 km auskommen.

Wie werden Bremsbacken gewechselt?

Weder erfahrenen Kfz-Mechanikern noch geübten Hobbyschraubern sollte der Austausch der Bremsbacken Probleme bereiten. Neben dem Drehmomentschlüssel benötigen Sie dafür meistens nicht mehr als Standardwerkzeug. Selten tauscht man hierbei nur die Bremsbacken aus; in der Regel verwendet man einen Komplettsatz, der auch die zugehörigen verschleißgefährdeten Teile enthält. Dazu gehören der Radzylinder, die Nachsteller der Bremsbacken und die Federn zum Rückstellen. Schließlich will man die Bremse nicht gleich wieder öffnen, nur weil ein Kleinteil ärgerlicherweise aufgegeben hat. Die benötigten Anbauteile sind ebenfalls im Bremsbackensatz enthalten. Sie benötigen Komplettsätze? ATP Autoteile liefert Ihnen Radbremszylinder, Rückholfedern und alle weiteren benötigten Zubehörteile – soweit wie möglich vormontiert, versteht sich.

Weil sie oft gleich schnell verschleißen, sollte man am immer die Backen von beiden Rädern an einer Achse austauschen. Außerdem sollten Sie beim Ausbau auch die umliegenden Teile auf Schäden, Verschleiß und Korrosion prüfen. So wird man gleich nach dem Aufbocken die Räder hin- und herbewegen. Haben die zu viel Spiel? Dann sollten Sie die Radlager einstellen oder ebenfalls austauschen. Handelt es sich bei der Trommelbremse um eine Feststellbremse, muss das Bremsseil gelöst werden, weil sich sonst die Bremsbacken schwer abnehmen lassen. Sind die Bremsbacken, die Rückholfeder und der Radzylinder demontiert, wird man bei einem älteren Fahrzeug meist eine gründliche Reinigung der Trägerplatte vornehmen müssen. Denn der Innenraum einer Trommelbremse ist kaum gegen Korrosion geschützt, weshalb sich nach einigen Jahren Ablagerungen – Rost zum Beispiel – vermehrt ansammeln können. Bei einem Auto, das älter als zehn Jahre ist, kann es erforderlich sein, die ganze Trommelbremse auszutauschen. Im Normalfall ist das aber nicht notwendig.

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